Hiermit schreibe ich über das Gespräch vom 29.12.2010 10 Uhr in der AWO Geschäftsstelle Goetheweg 41 in 99974 Mühlhausen.

 

Frau Linsel rief mich auf dem Handy an um einen Termin bei Herrn Wiesler zu machen um über Ronny´s Weitergang zu sprechen. Der Termin war dann der 29.12.2010 10 Uhr mit Ronny in der AWO Geschäftsstelle Goetheweg 41.

Ronny und ich warteten im Vorzimmer. Frau Linsel kam und ging ins Büro von Herrn Wiesler. Da die Tür nicht so stark ist, habe ich nur verstanden, wie Herr Wiesler zu Frau Linsel sagte: " Sie wollen das heute hier beenden und Frau Linsel sagte ja".

Danach wurde ich herein gebeten. Indem Moment dachte ich nur, wie wollen sie das anstellen.

Herr Wiesler stellte mir dann viele Fragen. Angefangen von der Schwangerschaft mit Ronny, ob es irgend welche Probleme oder Komplikationen gab zB. Geburt, Kindergarten, Schule.

Da habe ich gesagt: Bei der Geburt wollte Ronny erst nicht und dann kam er zu schnell.

Herr Wiesler hatte nachgefragt: " wieso so schnell"? Da hatte ich gesagt: Schnellgeburt, aber es war alles in Ordnung.

Im Kindergarten war auch alles in Ordnung. 

Ich erzählte dann auch, das Ronny von seiner Klassenlehrerin gemobbt wurde, weil Ronny aus langer Weile im Zeichenunterricht ein Bild gemalt und darauf mehrmals Sex geschrieben hatte.

Dann erzählte ich von der Petrischule. Das er Probleme mit seiner Klassenlehrerin hatte. Wir Ronny auch 2 mal zurückstufen ließen. Das wir mit der Klassenlehrerin nicht wirklich guten Kontakt hatten, da sie immer freitags anrief und sich über Ronny beschwerte zwecks Schulschwänzerei. Wir auch nicht erfuhren, das Ronny nicht zugelassen wurde zur Prüfung.   Dann wollte er wissen, wie viele Geschwister Ronny hat. Da habe ich alle aufgezählt. Er wollte dann die Geburtsdaten von allen Kindern, aber vom jüngsten zum ältesten. Da hatte ich leider Probleme, da jeder fragt vom ältesten zum jüngsten und das habe ich auch gesagt. Dann wollte Herr Wiesler wissen, wie die Reihenfolge aus Ronny´s Sicht wäre, zu seinen Geschwistern, wenn er jetzt Ronny befragen würde. Da sagte ich, das Marc unser jüngster an 1. Stelle kommt, danach Erik, Sarah und zum Schluss Doreen. Da sollte ich erklären warum Marc an 1. Stelle steht. Ich sagte: Das Marc eben der kleinste ist. Ronny sich um Marc auch liebevoll kümmert, wickelt und Flasche gegeben hatte, aber alles von alleine.

Dann sollte ich erklären was ich aus meiner Sicht falsch gemacht habe. Da sagte ich: Eventuell das, das unsere Kindern alles von uns bekommen was sie wollen. Herr Wiesler wollte wissen warum sie alles bekommen, da sagte ich: "zu unserer Zeit gab es das nicht und wir wollen unseren Kindern das ermöglichen, was wir nicht hatten". Dann wollte er wissen, ob unsere Kinder auch einsehen würden, wenn wir mal nichts kaufen könnten, was sie sich wünschen. Ich sagte dann: "das unsere Kinder wenn man mal sagt, wir können uns das diesen Monat nicht leisten, auch einsehen".

Dann wollte Herr Wiesler wissen, ob es die einzige Strafe für Ronny wäre, wenn wir PC sperre erteilen und ich sagte ja.

Dann sollte ich Ronny einschätzen und ich sagte, das Ronny eigentlich ein netter Junge ist, wenn er will und das er auch sehr vieles kann, aber auch leicht beeinflussbar ist und sich schnell verleiten lässt. 

Ich kam mir vor wie in einem Verhör. Daraufhin hatte ich auch nicht mehr so richtig zu gehört, denn mir ging nur eines durch den Kopf: "Wann kommt es nun dazu, das sie sagen das Ronny nach Hause muss".

Herr Wiesler wollte auch wissen, warum wir Ronny ins Heim getan haben und ich sagte darauf, das es Ronny selber war, er hatte den Antrag selbst gestellt, weil wir gesagt hatten: Ohne Schulabschluss in Görmar und keinen Lehrvertrag solange kein Internet und  das Ronny zu uns gesagt hatte: "Da kann ich auch ins Heim gehen". So ging dann Ronny ins Heim.

Dann wollte Herr Wiesler von mir wissen, ob ich mehr oder weniger Schuld daran habe und ich habe darauf gesagt weniger.

Jetzt kam die Frage: Wie mich Ronny einschätzen würde, ob ich eine gute oder schlechte Mutter wäre. Meine Antwort war nach kurzer Überlegung, eine gute Mutter. 

Herr Wiesler wollte wissen, wie die anderen Geschwister so in der Schule sind. Da habe ich gesagt: Das Doreen ab der 1. Klasse in die Hilfsschule sollte, da sie zu langsam gelesen hatte und in Deutsch schlecht war. Das wir das ignoriert haben und zum Glück, denn es hatte sich später herausgestellt, das Doreen eine LRS hat. Das sie eine Förderung bekam und wir auch ein halbes Jahr privat finanziert hatten, aber es ging dann nicht mehr.

Das Doreen jetzt auf dem Gymnasium ist.

Seitdem Ronny im Heim ist, das da Erik jetzt besser geworden ist in der Schule und Sarah auch gut in der Schule ist.

Danach fing Frau Linsel an zu Fragen und ich dachte nur, jetzt geht es los.

Sie fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, dass Ronny in den Sommerferien für immer nach Hause kommen würde. Darauf sagte ich, ja, das könnte ( aber das könnte hatte ich betont ) mir vorstellen. Ab da wusste ich, sie arbeitet darauf hin Ronny los zu werden. Sie schaute dann auch Herrn Wiesler so komisch an und auch Er zu ihr.

In der ganzen Zeit grinste Herr Wiesler immer so komisch, da dachte ich mir, halt, hier ist Vorsicht geboten. Denn vertrauen hatte ich keines zu ihm und auch nicht zu Frau Linsel.

Dann wurde endlich Ronny dazu geholt und befragt. Ronny sollte die Frage beantworten, welches seiner Geschwister an 1. Stelle steht. Ronny sagte dass es Marc sei, weil er noch so klein ist und dann sollte Ronny aufwärts aufzählen wer alles danach kommt. Ronny sagte dann Erik, Sarah und Doreen zum Schluss.

Herr Wiesler wollte dann von Ronny wissen, wie er zu seinen Geschwistern steht und er antwortete, dass seine große Schwester Doreen nervt.

Weiterhin kam die Frage, wie er zu seinem Bruder Erik steht und Ronny sagte, das sie ein gemeinsames Kinderzimmer haben.

Ronny sollte auch noch erzählen, wie er zu seiner Schwester Sarah steht und Ronny sagte, eigentlich gut, da ja Marc tagsüber bei Sarah mit im Zimmer ist. 

Dann wollte Herr Wiesler von Ronny wissen, ob Ronny weiß, wie ich ihn einschätze. Da sagte Ronny ja.

Dann sollte Ronny mich einschätzen wie ich als Mutter bin. Da sagte Ronny, dass ich eine gute Mutter wäre und da hatte ich zum Fenster hinaus geschaut, damit Herr Wiesler und Frau Linsel nicht sagen könnten, ich hätte Ronny irgendwie beeinflusst.

Herr Wiesler wollte dann von uns beiden wissen, was wir positiv und negativ  an uns schätzen, dabei schaute ich wieder zum Fenster hinaus. Herr Wiesler sagte dann, dass wir uns ruhig anschauen können. Ich schaute dann Ronny an und sagte ihm dass ich mag, wie er sich um seinen kleinen Bruder Marc kümmert und nicht mag, wegen der Schule. ich weiß ja, dass Ronny kann wenn er will.

Ronny wurde es schon zu viel.

Herr Wiesler wollte dann von Ronny wissen, was sich ändern würde, wenn er nach Hause dürfte. Da sagte Ronny: " ich würde dann regelmäßig zur Schule gehen". Da wollte Herr Wiesler von mir wissen, ob ich das glaube und ich habe nein gesagt. Herr Wiesler sagte:" das glaube ich auch nicht", aber immer mit dem grinsen.

Dann sollte Ronny noch mehr aus seinem Privatleben erzählen und dann war es aus. Ronny standen schon die Tränen in den Augen und er sagte: " Ich habe keinen Bock mehr auf den Scheiß " und verlies das Büro.

Daraufhin grinste Herr Wiesler Frau Linsel und mich an und fing an zu lachen.

Ich zögerte, weil ich nicht wusste, soll ich hinter her gehen oder nicht. Nach einer kurzen Zeit bin ich aufgestanden und wollte Ronny hinter her. Da sagte Herr Wiesler ich solle sitzen bleiben.

Dann hatte Frau Linsel das Büro verlassen und ist Ronny hinterher, aber ohne Erfolg.

Ronny kam nicht wieder, er stand unten vor dem Tor.

Da sagte dann Herr Wiesler, das es immer so sein wird, das Ronny die Schule schwänzt und wir nichts machen können.

Frau Linsel wollte dann wissen, was sie machen kann zwecks Heim? Da antwortete Herr Wiesler: " gar nichts". Das wird immer so bleiben.

Das passte Frau Linsel überhaupt nicht. Da kam das noch mit Hettstedt zur rede und das Ronny solange im Heim bleibt bis das durch ist.

Herr Wiesler wollte wissen wer auf Hettstedt gekommen ist, da habe ich gesagt: Frau ........

Indem Moment war die Entlassung aus dem Heim vom Tisch.

Frau Linsel wollte dann von mir wissen, was wir vom Heim erwarten, da sagte ich: " Wie mit Frau ....... besprochen, Ronny auf Hettstedt vorzubereiten vor allem mit der Verselbstständigung.

Daraufhin sagte Frau Linsel, das Ronny einkaufen gehen sollte und das er sich verweigert hatte. Da habe ich gesagt: " Ronny sollte schon am Donnerstag gehen, das hatte er nicht gemacht, weil Montag ausgemacht war und am Montag war Ronny einkaufen". das passte Frau Linsel überhaupt nicht. 

Dann hatte Herr Wiesler den Vorschlag gemacht, bei Ronny einen Lebensfluss durch zu führen. Ich fragte was das ist und ich bekam als Antwort: " Das bei Ronny irgendwas in der Vergangenheit war, ob die schlechte Erfahrung mit der Klassenlehrerin oder was anderes. Ronny lässt das positive nicht an sich ran, sondern verdrängt es. Das positive ist weniger und dann kommt noch das negative dazu, was dazu führt, mehr negatives als positives". Herr Wiesler wollte bei Ronny heraus finden durch ein Gespräch und versuchen auf den Kern zu kommen. Er wollte Ronny über sein Privatleben befragen um eventuell an den tiefe zu gelangen, warum er nichts Positives an sich lässt. Herr Wiesler meinte noch, dass Ronny mal richtig weinen müsste um seine Emotionen heraus zu lassen.

Damit war ich einverstanden.

11.15 Uhr war das Gespräch mit Frau Linsel und Herrn Wiesler dann beendet.

 

Auch hier kann ich nur sagen zu 99 % habe ich alles geschrieben. Ich habe garantiert wieder was vergessen. Aber man weiß ja nicht vorher wie es mal kommt.

Das ist das Schreiben, was wir an das Jugendamt geschickt haben.

Mit freundlichen Grüßen

Katrin Braunsdorf