Ich schreibe jetzt wie es zu dem Gespräch vom 06.01.2011 in der Geschäftsstelle AWO, Goetheweg 41, kam.

 

Am 29.12.2010 hatte ich einen Termin bei Herrn Wiesler, wo auch Frau Linsel dabei war. Zu diesem Termin konnte mein Mann leider nicht daran teilnehmen, wegen seiner Arbeit.

Mein Mann wollte aber noch einmal extra mit Herrn Wiesler sprechen, wie es mit Ronny weiter gehen soll. Also rief ich am 06.01.2011 Vormittag persönlich bei Herrn Wiesler an, um einen Termin für die darauffolgende Woche zu machen.

Da sagte mir Herr Wiesler: das es da schon zu spät sei. Also fragte ich: wann es ihm möglich wäre. Er sagte dann: entweder bei ihnen zu Hause oder in der Geschäftsstelle, denn Ronny wird heute entlassen. Ich sagte darauf: Wie jetzt, entlassen? Herr Wiesler darauf: Sie wissen wohl noch nichts davon? Ich: nein. Ich sagte dann, das ich erst meinen Mann anrufen müsste, wegen der Uhrzeit und ob es ab 13.00 Uhr ginge. Dann habe ich meinen Mann angerufen wegen der Uhrzeit und anschließend wieder Herrn Wiesler. Der Termin stand dann für 13.30 Uhr in der Geschäftsstelle fest.

13.30 Uhr waren wir dann in der Geschäftsstelle und wurden schon von Frau Winsel, Frau Linsel und Herrn Wiesler empfangen. Dann sagte uns Herr Wiesler, das Ronny heute entlassen wird und sie erst den heutigen Termin mit Ronny vom Arbeitsamt abwarten wollten und dass das Jugendamt Bescheid wüsste.

Wir waren erst einmal geschockt, eigentlich wollten wir über Ronny sprechen wie es weiter gehen soll.

Frau Linsel hatte dann geäußert, das Ronny nicht wirklich im Heim angekommen ist, er sich auch nicht wohl fühlt und Ronny die Stabilität in unserer Familie bräuchte. Ronny und andere Heimbewohner würden nicht mehr die Schule besuchen und wären nur noch in der Stadt.

Das kam so rüber, das Ronny der Sündenbock wäre, an allem Schuld sei und deswegen weg muss. Ronny verweigert sich komplett im Heim und sie sehen das nicht ein, dafür Geld auszugeben. Es bestünde Gefahr in Verzug und deshalb müsste Ronny sofort entlassen werden. Sie könnten keine Garantie mehr übernehmen und müssen die anderen Heimbewohner und Erzieher vor Ronny schützen.

Da habe ich dann gesagt, das ich nicht einsehe, das Ronny als Sündenbock hingestellt wird und Ronny daran schuld ist, wenn andere Blödsinn machen. Ich habe weiter gesagt: das Ronny sich immer mitreisen lässt, aber nie anstiftet.

Mein Mann hat dann auch gesagt, das es nicht in Ordnung ist, das wir nicht einmal die Möglichkeit haben zu reagieren. Wir fragten nach, ob es noch andere Heime gibt, aber leider nicht.

Dann fing Frau Linsel wegen den Vorfall mit dem Fahrer an, wo Ronny dem Fahrer eine Kopfnuss gegeben hatte. Herr Wiesler meinte nur: wir können nichts machen, uns sind die Hände gebunden.

Sie waren alle der Meinung, Ronny ist im falschem Heim, da gehöre er nicht hin. Da habe ich dann gesagt: Ronny hatte weder geraucht, getrunken und auch keine Drogen genommen als er ins Heim kam und jetzt ist er versaut durch das Heim, er raucht, trinkt und mit den Drogen wissen wir nicht.

Es kam so rüber wie: Nehmt ihn wieder und seht zu.

Nein, das sehen wir nicht ein.

Herr Wiesler fing dann von dem Gespräch vom 29.12.2010 an, indem er sagte: Ronny hatte uns gesagt ( Frau Linsel, Ich und Herr Wiesler), als ich ihn fragte, was sich ändern würde wenn du nach Hause darfst, darauf Ronny´s Aussage, regelmäßig zur Schule gehen. Herr Wiesler hatte aber verschwiegen, das er mich danach gefragt hatte in Ronny`s bei sein, ob ich das glaube, da habe ich nein gesagt und Herr Wiesler ebenso. Ronny wäre nicht ein Heimkind, sie kennen Heimkinder. 

Sie wiederholten ständig, das Gefahr in Verzug bestände und müssten die anderen schützen.

Darauf hin wollte ich wissen, warum Kevin noch im Heim ist, obwohl er schon eine Entziehungskur hatte und anschließend wieder nach Altengottern kam und wieder trinkt und Florian auch trinkt und es wird nichts unternommen und warum die beiden noch nicht geflogen sind, aber Ronny alles in die Schuhe schieben wollen. Sie sagten dann, das es geklärt wird und die beiden würden ja schließlich an den Gesprächen teilnehmen nur Ronny nicht.

Mein Mann hatte anschließend 3 mal Herrn Wiesler gefragt nach dem § 1631 BGB und bekam keine wirkliche Antwort, im Gegenteil, Herr Wiesler wollte von einem Mann wissen was der § bedeutet. Da sagte mein Mann, das er gegoogelt hat und fing an zu erzählen.

Frau Linsel fing dann wieder an alle Tatsachen umzudrehen, indem sie sagte, das wir darüber schon mit Ihnen im Jugendamt gesprochen hatten. Darauf habe ich gesagt, dass das nicht stimmt, da ginge es nur darum, das Ronny aus ihrem Heim soll, aber nicht die Rede war von dem § 1631 BGB, da schaute sie Herrn Wiesler so komisch an, wie sie es schon bei Ihnen gemacht hatte, als würde dies nicht stimmen.

Danach sagten alle, das wir den Eilantrag beim Familiengericht am Untermarkt stellen müssen, aber gleich, da ja Gefahr in Verzug bestände und sie uns dabei helfen würden. Am Ende hatten wir uns geeinigt, das wir den Antrag stellen, entweder heute oder morgen. Da sagte Frau Linsel das heute auf ist und wir sollten gleich dahin gehen. Mein Mann sagte darauf zu Herrn Wiesler: aber nicht das sie mich jetzt Festnageln wollen auf heute, falls keiner mehr da ist.

Wir bekamen die Garantie von allen, das Ronny solange bleiben kann, bis er abgeholt wird. Frau Linsel oder Frau Winsel sagte dann,  das Ronny von der Polizei abgeholt und eingewiesen wird. Dann gab Herr Wiesler Frau Linsel und Frau Winsel die Anweisung: Ronny davon noch nichts zu erzählen, das sollten wir als Eltern persönlich übernehmen. Indem wir Ronny anrufen und ihm das mitteilen das er dann abgeholt wird. Es wäre für Ronny besser, das er es von uns erfährt.

Wenn wir dann den Antrag stellen, versicherten alle 3, das sie hinter uns stehen und auch bestätigen, das Gefahr in Verzug bestände sowohl für sich und die Gefährdung der anderen Heimbewohner und das würde dann auch sehr schnell gehen mit dem abholen. In dem Moment dachte ich mir nur: jetzt hat es endlich Frau Linsel geschafft Ronny los zu werden. Aber ich hatte es nicht ausgesprochen. Danach hatten wir uns verabschiedet und gesagt das wir gleich zum Familiengericht gehen und danach gleich Bescheid sagen, wie es ausgegangen ist.

 

Mein Mann und ich waren durcheinander wie es weiter gehen soll. Wir gingen erst nach Hause und wollten Sie anrufen, aber Herr Wiesler sagte uns ja, dass das Jugendamt Bescheid weiß und wir dachten, das Sie genau so denken. Leider hatte ich ja mein Handy vergessen wieder anzuschalten, als wir gemeinsam aus dem Arbeitsamt raus gingen und Sie hatten ja versucht mich anzurufen.

Also gingen wir zum Familiengericht und wollten ein Eilantrag stellen mit der Begründung: Gefahr in Verzug, Gefährdung für sich und andere. Zu dem Zeitpunkt war die Rechtspflegerin nicht mehr da. Da rief ich vom Gericht gleich bei Frau Linsel auf dem Handy an und erzählte es ihr und das wir am nächsten morgen früh um 9.00 Uhr wieder beim Familiengericht sein sollen. Wir gingen wieder nach Hause und ich habe sofort Herrn Wiesler auf den Anrufbeantworter gesprochen.

 

Am nächsten morgen sind wir nicht zum Familiengericht gegangen und haben eine andere Möglichkeit gesucht und danach sind wir zu Ihnen gekommen und haben alles erzählt. Telefonisch hätten wir das ja so nicht klären können. 

Ich weiß auch, das ich bestimmt noch einige Dinge vergessen habe, aber zu 99 % habe ich alles dazu geschrieben.

Das ist das Schreiben, was wir an das Jugendamt geschickt haben.

Mit freundlichen Grüßen

Katrin Braunsdorf